Organizational Change

Organizational Change

Wenn ein Unternehmen agile Arbeitsweisen einführen möchte, muss ein grundlegender Veränderungsprozess im Unternehmen stattfinden.

Agile Methoden wie Scrum, Kanban, OKR, Design Thinking etc. benötigen einen anderen Nährboden, ein anderes Konstrukt, als es bei klassischen Projektmanagementmethoden der Fall ist. Viele Unternehmen sind mit ihrer klassischen Struktur nicht auf die Veränderungen im Markt vorbereitet. Solange in einem Unternehmen Entscheidungen über Produkte oder Services immer durch das Top-Management getroffen werden oder zahlreiche Hierarchieebenen durchlaufen müssen, wird es dieses Unternehmen nicht leicht haben, den digitalen Wandel voranzutreiben. Denn um Projekte agil umzusetzen, ist es essentiell, dass die Entscheider nah am Produkt und nah am Kunden sind und schnell auf sich ändernde Anforderungen oder Gegebenheiten reagieren können.

Natürlich kann man auch auf Teamebene versuchen, mit Scrum oder Kanban zu arbeiten und wird damit auch Erfolge erzielen. Dennoch wird man immer an den Punkt gelangen, an dem nicht-agile Entscheidungsprozesse, zum Beispiel durch Lenkungsausschüsse, das agile Arbeiten massiv ausbremsen.

Im Rahmen des Organizational Change sind wir sehr stark darauf bedacht, dass das agile Arbeiten in den Teams funktioniert. Der ganze Arbeitsmodus muss darauf abgestimmt werden, dass schnell auf Feedback und neue Anforderungen eingegangen werden kann.

Dabei geht es uns vor allem darum, eine Struktur zu schaffen, in der das Management in der Lage ist, zu einem gewissen Grad loszulassen und die Entscheidungen in die Teams zu verlagern. Während der Product Owner für Entscheidungen zuständig ist, die das Produkt betreffen, sollte sich das Management darauf konzentrieren, die Richtung vorzugeben, in die das Unternehmen sich bewegen soll. Also eine Strategie zu entwickeln mit Hilfe von OKR, die im Dreimonats-Zyklus formuliert werden. Die Führungskräfte sollten regelmäßig Ziele definieren, die dann von PO und Entwicklungsteam aufgegriffen werden. Es ist wichtig, dass das Unternehmen und die Mitarbeiter durch Ziele geführt werden und sich das Management deutlich weniger in das operative Geschäft einmischt.

Das muss selbstverständlich erst gelernt werden und erfordert von einem Unternehmen meist einen sehr starken Veränderungsprozess. Wir begleiten in diesem Bereich viele Unternehmen und stellen immer wieder fest, dass man an verschiedenen Stellen viel Aufklärung betreiben muss.

Viele Führungskräfte haben Schwierigkeiten damit, loszulassen. Das operative Eingreifen ist oft ein gelerntes Verhalten und es fordert gerade am Anfang viel Disziplin, sich nicht ständig einzumischen, sondern das Team selbstbestimmt arbeiten und Entscheidungen treffen zu lassen. Denn das Eingreifen vom Management in das operative Geschehen ist Gift für agiles Arbeiten. Zum einen sind viele Manager zu weit weg vom Produkt und von den Kunden mit all ihren Problemen, Anforderungen, Wünschen und Bedürfnisssen. Zum anderen wirkt es nicht nur demotivierend auf das Team, wenn es keine Entscheidungen selbst treffen darf, sondern hat auch eine Minderung der Effizienz zur Folge. Es bremst agile Teams stark aus, wenn Entscheidungen erst dann getroffen werden können, wenn die entsprechende Führungskraft ihr Feedback gegeben hat.

Nur wenn wir konsequent dafür sorgen, dass das Management Stück für Stück dem Team mehr Entscheidungsfreiheit einräumt, können wir auch bei größeren Unternehmen die Geschwindigkeit erreichen, die derzeit viele junge, schlanke Unternehmen im Markt vorgeben und damit die Märkte teilweise grundlegend verändern.

Nur so können wir vermeiden, dass bestehende Unternehmen durch neue Wettbewerber aus dem Markt gedrängt werden. Denn ständig stoßen neue Konkurrenten in den Markt, teilweise auch aus anderen Branchen, die man vorher nicht im Fokus hatte. Ihnen gelingt es oft, in nur wenigen Monaten erste Produkte im Markt zu platzieren. Viele Beispiele zeigen, dass es manchmal nicht länger als vier bis fünf Jahre dauert, bis ein neuer Player beachtliche Marktanteile für sich beansprucht oder gar den Markt dominiert. Wenn Unternehmen mit diesen neuen Wettbewerbern mithalten wollen, sind neue Strukturen und Arbeitsweisen zwingend erforderlich.

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